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Risiken des Mietkaufes

 

18.11.2007 (Ms) Die risikofreie Alternative zur allgemeinen Bankfinanzierung! Ohne Darlehen ins Eigenheim! Schuldenfrei ins Eigenheim! Bauen ohne Schulden für jedermann! Ohne Schufa-Auskunft, ohne Basel II und ohne Kreditaufnahme zum Eigenheim! ...

Die Anpreisungen und Werbetexte der Verkäufer sogenannter Mietkäufe versprechen viel. Die bei den angesprochenen Interessenten erweckten Erwartungen können jedoch meist nicht eingehalten werden. Die scheinbar preisgünstigen und vermeintlich leicht erschwinglichen Angebote führen zu erheblichen finanziellen Belastungen. Häufig sind die Angebote bei näherer Betrachtung teurer als der Immobilienerwerb durch einen herkömmlichen Bankkredit. Die finanziellen und rechtlichen Risiken der Mietkäufe wiegen meistens schwerer als die vermeintlichen Vorteile für die Käufer. Häufig schließen gerade Verbraucher, die über wenig finanzielle Mittel und Eigenkapital verfügen, Mietkaufverträge ab.

Der Mietkaufvertrag ist eine Mischung aus Kauf- und Mietvertrag. Beim Mietkauf verpflichtet sich der Käufer für einen fest bestimmten Zeitraum eine Immobilie zu mieten und nach Ablauf der Mietzeit zu kaufen. Die finanziellen Belastungen scheinen zunächst gering. Das liegt daran, dass der Großteil des Kaufpreises und damit die eigentliche Finanzierung der Immobilie erst nach Ablauf der Mietzeit- die meist 10 Jahre beträgt- anfällt. Das bedeutet vor allem aber auch, dass der Käufer nicht nur die monatlichen meist über der Durchschnittsmiete liegenden Mietzinszahlungen finanzieren, sondern zudem den Kaufpreis ansparen muss. Zudem ist es für den Käufer nachteilig, dass in fast allen Mietkaufverträgen vereinbart wird, nur einen Teil der gezahlten Mietzahlungen auf den Kaufpreis anzurechnen. Letztlich bindet sich der Käufer durch die zunächst vereinbarte Mietzeit und die sich anschließende Abzahlung des Kaufpreises für eine lange Zeit.

Zu dieser doppelten finanziellen Belastung kommen rechtliche Probleme. Die Mietkaufverträge müssen notariell beurkundet werden, da der Kaufvertrag der Immobilie sonst unwirksam ist. Die Rückabwicklung solcher unwirksamen Verträge birgt Risiken. Häufig findet sich in derartigen Fällen auch kein Kündigungsrecht für den Käufer. Zudem enthalten die Mietkaufverträge regelmäßig nachteilige Klauseln für den Käufer, welche die bis zur Kündigung gezahlten Tilgungsraten nicht berücksichtigen. Wird der Verkäufer während der Mietzeit insolvent, hat der Erwerber meist keine Sicherheiten.

Die Konditionen des Mietkaufvertrages sollten vor Abschluss von Fachleuten genau geprüft werden. Wenn Sie Fragen haben, können Sie sich jederzeit an die Rechtsanwaltskanzlei Bartholl wenden. Der Mietkaufvertrag sollte nur dann in Betracht gezogen werden, wenn eine solche Finanzierungsform für den Käufer gegenüber anderen Immobilienfinanzierungen vorteilhaft ist. Der Käufer sollte insbesondere auf ein angemessenes und wohl durchdachtes Finanzierungskonzept zurückgreifen, bei welchem die monatlichen Belastungen und das aufzubringende Eigenkapital in einem vernünftigen Verhältnis zum finanziell Möglichen und tatsächlich Notwendigen stehen.

 

Rechtsanwalt Jan Bartholl
Münster, November 2007
www.ra-janbartholl.de
E-Mail: info (at) ra-janbartholl.de

 


copyright Jan Bartholl

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