headerline
headerline
Home BarthollAktuellesLeistungenKontaktImpressum
Deutsch
English
Espanol
headerline
 
 
 
  logobartholl

 

Ryanair streicht Flüge und Flugbuchungen von Drittanbietern - Rechte als Flugpassagier

 

Ryanair hat bekanntgegeben, dass Passagiere mit Flugbuchungen von Drittanbietern nicht befördert und am Check-In-Schalter abgewiesen würden. Die Buchungen würden gelöscht und das Entgelt zurückgezahlt. Diese außergewöhnlich drakonische Maßnahme ist ein Schlag ins Gesicht für Fluggäste, die mit Ryanair fliegen wollten. Mit den europäischen Fluggastrechten und ihren Ansprüchen aus dem Beförderungsvertrag über den Flug stehen Flugpassagiere jedoch nicht rechtlos dar.


von Yvonne Heitmeyer (Netzwerk Fluggastrechte) www.reise-recht-wiki.de


August 2008 (Kö) Sommer, Sonne, Strand und Meer. Der Monat August ist Hochsaison und Hauptreisezeit in Europa. Und zur Hauptsaison fliegen viele Urlauber in südliche Gefilde. Tausende Reisende haben ihre Flugtickets über Reiseportale im Internet gebucht. Diejenigen Flugpassagiere, die einen Flug mit der irischen Fluggesellschaft Ryanair gebucht haben, mussten in den vergangenen Tagen aufhorchen. Ryanair teilte mit, dass zehntausende gebuchter Flugtickets nicht anerkannt würden. Die Flugbuchungen würden gelöscht, teilte Ryanair mit. Dies beträfe Flugscheine, die über Drittanbieter und nicht direkt über die Webseite von Ryanair gebucht worden seien. Betroffen von der Entscheidung Ryanairs sind alle Flugpassagiere in Europa, die ihre Tickets über Drittanbieter erhalten haben. Und als Sahnehäubchen wurde von Seiten der Ryanair hinzugefügt, dass dies auch noch rückwirkend für in der Vergangenheit getätigte Buchungen gelte. Die Fluggäste würden in den nächsten Tagen per E-Mail über die Stornierung informiert und der Flugpreis würde zurücküberwiesen. Flugpassagiere, die mit Buchungsreservierungen von Drittanbietern am Flughafen auftauchten, würden nicht befördert. Damit wären alle Fluggäste des Billigfliegers betroffen, die ihre Flugbuchungen über Reisebüros und Flugportale getätigt haben.

Ryanair begründete den Schritt damit, dass man gegen nicht autorisierte Tickethändler und Reisebüros vorgehen wolle. Die Airline sieht das sogenannte Screen-Scraping als unzulässig und Verstoß gegen die eigenen Geschäftsbedingungen an. Das Screen-Scraping (übersetzt so viel wie 'Bildschirm auskratzen') oder Web-Scraping ist eine Methode, mit der programmierte Systeme gezielt Informationen von fremden Webseiten auslesen und diese dann weiterverarbeiten und nutzen. Die beschlossenen Maßnahmen kämen nach Auffassung von Ryanair im Endeffekt auch den Kunden zu Gute, da diese die Mehr- und Zusatzkosten, die Drittanbieter laut Ryanair verlangten, nicht mehr zahlen müssten. "Wir sind entschlossen, wirksame Maßnahmen gegen solche Seiten vorzunehmen", teilte der Sprecher von Ryanair, Daniel de Carvalho, dem britischen 'Telegraph' mit. Betroffen sind Kunden, die ihr Ryanair-Flugticket über Webportale wie die irische BravoFly Ltd., die deutsche V-tours oder Seiten wie Opodo.com, OTBeach.com, Atrápalo.com, Edreams und Rumbo in Spanien und Bravofly in der Schweiz bezogen haben. Gegen die Betreiber der Portale BravoFly Ltd., TUI UK Ltd. und V-tours ist der irische Low-Cost-Carrier bereits gerichtlich vorgegangen.

 

bartholl muensterland
Ryanair ohne frills und Service
Noch vor kurzem erklärte Michael O'Leary, dass sein oberstes Ziel sei, die Kunden von Ryanair "zu beglücken". Die nun beschlossenen Kundenmaßnahmen erscheinen im Lichte dieser Worte wie blanker Hohn. Das wahre Gesicht zeigen Billigflieger wie Ryanair, wenn es um das prinzipielle Rechte der Kunden geht. Der viel beschworene Kundenservice und die Kundenfreundlichkeit sind nichts als leere Versprechen, wenn der Kunde im Falle des Falles alleine gelassen wird. Es gibt haarsträubende Beispiele, die belegen, wie Fluggesellschaften mit ihren Kunden umspringen. Kundenservice wird großgeschrieben und werblich herausgestellt, solange die Kunden diesen nicht einfordern. Wer es als Kunde, der den Flugpreis und alle Zusatzkosten bezahlt hat, jedoch wagt, Fragen zu stellen oder gar Fluggastrechte einzufordern, dem wird unmissverständlich klar gemacht, was er im Geschäft der Billigfliegerei tatsächlich ist: ein lästiger Bittsteller und Kostenfaktor, der auf dem Weg zum höchstmöglichen Profit nur hinderlich ist. Ihr persönlicher Ansprechpartner in Fragen zu Fluggastrechten ist Rechtsanwalt Jan Bartholl. Kontaktieren Sie uns einfach und erkundigen Sie sich über unsere Beratungsangebote.
 
 





 

 



bartholl muenster

 

Viele Flugpassagiere vermuten indes, dass andere Gründe den Ausschlag für diese außergewöhnlich drakonische Maßnahme der Airline gegeben haben. Einige Fluggäste äußern den Verdacht, dass es auf Grund der stark gestiegenen Kerosinpreise unwirtschaftlich ist, bestimmte Strecken zu bedienen. Zwar seien Flüge verkauft worden, aber durch die vorliegende Entscheidung entledige man sich unbeschwert unliebsamer Verträge. Andere mutmaßen, dass Ryanair interessierte Flugpassagiere auf ihre Internetseite zwingen will, um Zusatzangebote wie Versicherungen, Hotelübernachtungen und Mietwagenangebote an den Mann zu bringen. Ganz unbegründet scheint der Verdacht vieler Betroffener nicht zu sein. So teilte Howard Miller von Ryanair mit, dass gerichtliche Schritte gegen weitere Portale eingeleitet würden. "Der Weg, die Ticktes zu stornieren", so Miller, sei "ein schnelleres und effektiveres Mittel zur Abschreckung gegen solche rechtswidrigen Vorgänge". Es scheint, als werde der Kampf gegen Weiterverkäufer von Tickets auf dem Rücken argloser Flugpassagiere ausgetragen. Die Fluggäste werden zum Bauernopfer in der Auseinandersetzung zwischen Ryanair und unliebsamen Ticketportalen.

 

bartholl muensterland
Ryanair und Fluggastrechte

Gäbe es eine Goldmedaille für Kundenverärgerung, dann wäre der irische Low-Cost-Carrier Ryanair sicherlich gut platziert.

"Mein Flug wurde von Ryanair gecancelt. Eine kurze E-Mail, das war's. Danach habe ich nichts mehr von denen gehört". "Das hemmungslose Zulangen bei allen Zusatzkosten ist schon unglaublich. Ein Kilogramm Übergewicht kostet bei Ryanair mehr, als ein Kilo Königskrabben zu Weihnachten". Dies ist nur ein kleiner Auszug der Kommentare über Ryanair in spanischen Foren.

Es ist nicht das erste Mal, dass Ryanair mit erbarmungslosen Methoden Verbraucher- und Fluggastrechte mit Füßen tritt. Internetforen sind gefüllt mit Beschwerden von Kunden des irischen Billigfliegers. Das jetzige Vorgehen hat eine Welle der Empörung und einen Aufschrei der Kunden in Spanien und Großbritannien hervorgerufen. Der Protest führte gar dazu, dass sich die Europäische Kommission zu einer offiziellen Erklärung gezwungen sah.

 
 




 

 

 



bartholl muenster

 

Es gibt viele mögliche Gründe für die Entscheidung von Ryanair. "Es gibt jedoch keinen Grund, Fluggäste, die eine reguläre Flugbuchung und damit einen wirksamen Flugbeförderungsvertrag abgeschlossen haben, am Flughafen stehen zu lassen", sagt Rechtsanwalt Jan Bartholl. Der auf dem Spezialgebiet Reise- und Luftverkehrsrecht tätige Anwalt weist darauf hin, dass sich betroffene Fluggäste umgehend mit ihrem Vertragspartner in Verbindung setzen sollten. Dieser hafte gegenüber den Flugpassagieren für die Erfüllung der Beförderungsvereinbarung. "Wer Zusatzkosten und Schäden, wie zum Beispiel Kosten für Ersatztickets und Umbuchungen und Hotelübernachtungen aus einem nicht durchgeführten Beförderungsvertrag erleidet, kann diese gegenüber seinem Vertragspartner einfordern", sagt Bartholl. Zudem stehen Fluggäste in Europa rechtliche Möglichkeiten und Ansprüche aus der Fluggastverordnung Nr. 261/2004 zur Verfügung. Ob den Betroffenen die dort vorgesehenen Ausgleichszahlungen in Höhe von 250 bis 600 Euro in Fällen von Flugannullierungen und Nichtbeförderungen zustehen, muss im Einzelfall geprüft werden. Zudem haben Fluggäste im Falle von Annullierungen und Nichtbeförderungen das Recht, die Kosten für einen Ersatzflug von der Fluggesellschaft ersetzt zu bekommen.

Nach den zum Teil heftigen Reaktionen von Verbrauchern in Spanien und Großbritannien, die Flüge mit Ryanair über Drittanbieter gebucht hatten, sah sich gar die Europäische Kommission gezwungen, einzugreifen. Der Sprecher der Kommission, Ton van Lierop, forderte Ryanair auf, alle registrierten Flugbuchungen zu respektieren und Fluggäste zu bedienen. Die Vorgehensweise von Ryanair gegenüber europäischen Fluggästen sei "erbärmlich". Zudem forderte die Kommission von Ryanair, endlich Transparenz in ihr Preissystem zu bringen. Mit der Problematik der Drittanbieter und Weiterverkäufer von Flugtickets haben auch andere Fluggesellschaften wie EasyJet und Flybe zu tun. Der Billigflieger Easyjet erklärte, man wolle Online-Portalen den Verkauf von Flugtickets untersagen. Viele Ryanair-Kunden fühlen sich in diesen Tagen wenig beglückt.

 

Yvonne Heitmeyer für Netzwerk Fluggastrechte
www.reise-recht-wiki.de
Köln, August 2008


www.ra-janbartholl.de

E-Mail: info (at) ra-janbartholl.de

 

copyright Jan Bartholl

Diesen Artikel können Sie mit einem Hinweis auf unsere Webseite http://www.ra-janbartholl.de verbreiten, zitieren und verlinken.

 

 


                                                         Kontaktieren Sie uns einfach per E-Mail oder rufen Sie uns an.

                                                         Wir freuen uns von Ihnen zu hören.

                                                         Ihr Ereignis aus einer Pauschalreise oder einem Flugvorfall.


                                                         Weitere interessante Beiträge:

                                                         Erstattung der Flugkosten bei Nichtantritt des Fluges
                                                         Ihre Rechte als Flugpassagier
                                                         Koffer und Gepäck weg - Einzelfälle und gerichtliche Entscheidungen
                                                         BGH stärkt Rechte: Gesamter Reisepreis kann zurückverlangt werden

linegrey

Beratung


Haben Sie eine spezielle Frage zu einem ganz bestimmten Thema aus dem Reiserecht oder in Verbindung mit Fluggastrechten, steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner zu den verschiedenen Themengebieten wie Reiserecht, Fluggastrechte, Gepäckschäden, Vertragsrecht und anderen Rechtsgebieten jederzeit zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns einfach per E-Mail. Ihr persönlicher Ansprechpartner erörtert mit Ihnen gemeinsam die Sachlage und beantwortet Ihre Fragen. Die Rechtsanwaltskanzlei Bartholl freut sich Sie kennenzulernen.

linegrey

symarch

   

Dieser Artikel als pdf-Datei: Ryanair streicht Flüge und Flugbuchungen von Drittanbietern - Rechte als Flugpassagier [...] pdf

Abgelegt unter: Reiserecht, Fluggastrechte, Verbraucherrecht, Vertragsrecht, Gepäckversicherung, Schadensersatz, Aufwendungsersatz, Haftungsrecht, Schadensmeldung
Markiert als Artikel über Rechte von Fluggästen und Flugpassagieren im Zusammenhang mit plötzlichen Flugstornierungen und Flugabsagen. Der Artikel beschäftigt sich mit fluggastrechtlichen und reiserechtlichen Fragen bezüglich der Stornierung von Flugbeförderungsverträgen im Zusammenhang mit der Ankündigung der Ryanair Ltd. bestimmte Flugbuchungen nicht zu bedienen und Flugpassagiere am Check-In abzulehnen. Zu diesem Thema finden Sie weitere Informationen unter Fluggastrechte, Reiserechte, Verordnung (EG) Nr. 261/2004, europäische Fluggastrechte, Auskunft, Musterbrief, Musterschreiben, Verbraucherrecht, Vertragsrecht, Haftung, Schadensmeldung, Schadensersatz.

Links: Ihre Rechte als Fluggast und Flugpassagier in Deutschland und Europa

Verwandte Informationen: Rechte von Flugpassagieren und Reisenden bei Verlust des Reisegepäcks

Rechte von Flugpassagieren und Reisenden bei Reisegepäckschäden

Verlust des Reisegepäcks - Ihre Rechte gegen die Fluggesellschaft

Rechte von Flugpassagieren und Reisenden bei Verlust des Reisegepäcks

Koffer und Gepäck weg - Einzelfälle und gerichtliche Entscheidungen

Erstattung der Flugkosten bei Nichtantritt des Fluges

Ihre Rechte als Flugpassagier

Ihre Rechte bei Gepäckverlusten

Pressemitteilung



linegrey

 

Lesezeichen für diesen Artikel einfügen unter ...     google delicious mister-wong yahoo yigg blinklist wikio webnews oneview folked linkarena digg facebook



linegrey


Bartholl logo

Rechtsanwaltskanzlei Bartholl
E-Mail: info (at) ra-janbartholl.de
go back zurück