headerline
headerline
Home BarthollAktuellesLeistungenKontaktImpressum
Deutsch
English
Espanol
headerline
 
 
 
  logobartholl

 

Kontrollmöglichkeiten der Ausgaben gemeinnütziger Hilfsorganisationen

 

Spenden sind anvertraute Gelder, die vom Spender in der festen Überzeugung und im Bewusstsein des Einsatzes für den beworbenen und mitgeteilten Zweck hergegeben werden. Unverhältnismäßige Ausgaben bedeuten unverantwortliche Verschwendung.


von Rechtsanwalt Jan Bartholl Münster


01.12.2007 (Ms) In der besinnlichen Vorweihnachtszeit locken die Weihnachtsmärkte mit betörenden Düften von Spekulatius, Stollen und Glühwein. In der Adventszeit entgeht niemand der großherzigen Stimmung. Den freigebigen und gönnerhaften Gemütszustand nutzen auch die verschiedensten Spendensammler. Daher verwundert es nicht, dass just zur Adventszeit Informationsstände in der Nähe der Weihnachtsmärkte aufgebaut und Prospekte mit Überweisungsträgern in Fußgängerzonen verteilt werden. Wer jedoch glaubt, die Organisationen bauten Ihre Tapeziertische unbedarft auf einem freien Platz neben dem Weihnachtsmarkt auf, um einige Bürger treuherzig nach Almosen zu bitten, irrt.

Die großen Hilfsorganisationen sind keine Bittsteller, sondern mächtige und angesehene Unternehmen mit ausgebildeten Führungskräften, Sachverwaltern und Managern im Fundraising. Die Mittelbeschaffung für Hilfsorganisationen ist betriebswirtschaftlich kalkuliertes Geschäft um Marktanteile. Die Organisationen stehen in einem hart umkämpften Wettbewerb um Spender. Fast jede professionell arbeitende Hilfsorganisation hat Mitarbeiter, die sich vorrangig um die Mittelbeschaffung bemühen. Dass Hilfsorganisationen als gemeinnützige Vereine anerkannt sind, bedeutet nicht, dass diese auf eine gezielt gesteuerte Spendenakquisition verzichteten. Aus der Sicht der Spender stellt sich vor allem die Frage der Seriosität der Organisation und damit der Mittelverwendung.

Viele Spender sind verständlicherweise empfindlich getroffen, wenn verschwenderische oder gar betrügerische Aktionen sogenannter Hilfsorganisationen aufgedeckt werden. Das hohe Spendenaufkommen in Deutschland zieht Schwindler und Gauner an. Neben diesen kaum zu vermeidenden Betrügereien, verleiten die großen Summen jedoch auch Beteiligte prominenter Hilfsorganisationen zu zweifelhaftem Finanzgebahren. So finden sich auch bei namhaften karitativen Einrichtungen immer wieder seltsam üppig ausgestattete Vereinsbüros, großzügige "Entschädigungen" bekannter oder ehemaliger Mitarbeiter, unklare Buchungsvorgänge oder luxuriöse Erkundungs- und Informationsexkursionen der Geschäftsleitung und des Vereinsvorstandes nebst Ehefrauen und Freunden.

Wo viel Geld umgesetzt wird, kann maßvolles und einschränkendes Haushalten als selbstverständliche Prämisse aller Hilfsorganisationen leichter übersehen werden. Und es geht um sehr viel Geld. Allein UNICEF Deutschland konnte im Jahr 2005 fast 200 Millionen Euro und das Deutsche Rote Kreuz 175 Millionen Euro Spendengelder verbuchen. Immer wieder gibt es Streit um die Frage, wieviel Aufwand und welche Ausgaben noch angemessen und verhältnismäßig sind, um neue Spendengelder einzuwerben.

Die Außenwirkung verschwenderischer Ausgabenpolitik ist verheerend. Leider ziehen die Negativschlagzeilen auch den Ruf solcher Hilfsorganisationen in Mitleidenschaft, die seriös und deren Mitarbeiter hingabevoll arbeiten. Es gibt bei allen wohltätigen Vereinen interne Kontrollmechanismen. In einigen Fällen gibt es auch besondere externe Prüfungen, wie z.B. die Prüfung des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen. Das DZI achtet vor allem auch auf einen angemessenen und niedrigen Anteil der Verwaltungskosten jeder geprüften Hilfsorganisation.

 

bartholl muensterland
Die perfekte Kontrolle gibt es nicht.

Spenden Sie mit Bedacht! Überlegen Sie sich genau, für welchen Zweck und welches Anliegen Sie ihr Geld geben möchten. Die Hilfsorganisationen informieren häufig sehr genau über einzelne Projekte und nennen immer Ansprechpartner, die Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung stehen. Nutzen Sie die Informationsangebote und fragen sie nach bevor Sie spenden.

 
 




bartholl muenster

 

Die Hilfsorganisationen sind heute immer auch professionell arbeitende Fundraiser. Das DZI schätzt, dass von allen gemeinnützigen Organisationen in Deutschland 20.000 aktiv Fundraising betreiben. Die Hilfsorganisationen arbeiten beim Sozialmarketing mit der gezielten Erhebung von Daten, mit der Erstellung von Spenderprofilen und bewusst geplanten Marketingkampagnen.

Dass Hilfsorganisationen Aufträge an Unternehmensberatungen vergeben und Beraterverträge für Consulting-Agenturen abschließen ist nicht verwerflich. Es mag im Einzelfall sogar notwendig und sinnvoll sein. Leider greift es jedoch immer weiter um sich, außerhalb der Organisation stehenden Berufsspendensammlern und Beratern gestaffelte oder umsatzabhängige Provisionen für das Einwerben und Vermitteln von Spenden zu zahlen. Wenn die Leistungen der beauftragten Berater nicht klar definiert, die Honorare überzogen und die Provisionen nicht nachvollziehbar sind, liegt der Vorwurf der Geldverschwendung oder gar der Straftatbestand der Untreue nahe.

Leidtragende zweckentfremdeter und verschwendeter Spendengelder sind nicht nur die Spender. Auch für die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter und Helfer der Einrichtungen sind verschwendete Ausgaben ein Schlag ins Gesicht. Diese wenden viel Zeit und Energie auf, um selbstlos und hingabevoll die Ziele und Anliegen der jeweiligen Hilfsorganisation zu fördern.

Mitarbeiter und insbesondere Entscheidungsträger der Hilfsorganisationen müssen sich der Verantwortung im Umgang mit Spenden bewusst sein. Spenden sind anvertraute Gelder, die in der festen Überzeugung und im Bewusstsein des Einsatzes für den beworbenen und mitgeteilten Zweck hergegeben werden. Unverhältnismäßige Ausgaben aus dem Spendentopf müssen vermieden werden. Dass der Maßstab bei der Verhältnismäßigkeit der Ausgaben fremden Geldes bzw. zweckgebundener und anvertrauter Gelder ein besonderer ist, bedarf keiner weiteren Ausführungen. Fundraising und sonstige werbende Mittelverwendung mag im Einzelfall zu rechtfertigen und vernünftig sein. Es muss jedoch der Einzelfall bleiben.

In Schweden funktioniert die Kontrolle und vor allem die Kommunikation und Mitteilung an die Bürger durch eine Stiftung. Die "Stiftelsen för Insamlingskontroll" (Stiftung für Einsammlungskontrolle) führt auf Ihrer Webseite ein Verzeichnis mit Organisationen, die ein sog. '90-konton', ein 90er Nummernkonto, führen dürfen (http://www.insamlingskontroll.se/1203_90-konton). Dieses Konto erhalten nur Organisationen, die Ihre Finanzen und Verwaltungsstruktur offenlegen und sich einer Prüfung durch die schwedische Stiftung unterzogen haben. Wer als Hilfsorganisation ein 90er-Konto führt, zeigt den Bürgern damit automatisch, dass die Struktur überprüft und als seriös eingestuft wurde. Fast immer dürfen die Organisationen dann auch das Logo der Stiftung benutzen. Davon machen die Hilfsorganisationen regen Gebrauch, da das Vertrauen der Schweden in die Überwachungstätigkeit der Stiftung groß und die Stellung der Stiftung bedeutend ist.

Wenn Sie spenden oder Hilfsorganisationen unterstützen möchten, sollten Sie genau hinsehen, wem Sie ihr Geld anvertrauen. Informieren Sie sich über die Projekte, die Ziele und die Anliegen der Organisation, die um eine Spende bittet. Informieren Sie sich über die Struktur der Organisation und über die beteiligten Personen. Worauf Sie besonders achten sollten und welche Rechte Sie im Falle der Übervorteilung als Verbraucher und Spender haben, können Sie in unserem Bericht über Spenden zur Weihnachtszeit und in unseren 10 Tipps für eine sichere Spende erfahren.

 

Rechtsanwalt Jan Bartholl
Münster, Dezember 2007
www.ra-janbartholl.de und aktuelle Informationen
unter www.aktuell.ra-janbartholl.de/Aktuell
E-Mail: info (at) ra-janbartholl.de

 


copyright Jan Bartholl

Diesen Artikel können Sie mit einem Hinweis auf unsere Webseite http://www.ra-janbartholl.de verbreiten, zitieren und verlinken.

linegrey

Bartholl logo
Wenn Sie Fragen haben, können Sie sich an die Rechtsanwaltskanzlei Bartholl in Münster wenden. Wir stehen Ihnen jederzeit als Partner zur Seite. Rechtsanwalt Jan Bartholl betreut Sie als Ansprechpartner weit über juristische Details hinaus in Münster und Umgebung.
Beratung
Haben Sie eine spezielle Frage zu einem ganz bestimmten Thema, stehen Ihnen Ansprechpartner zu den verschiedenen Themengebieten wie Verbraucherrecht, Vertragsrecht, Reiserecht und anderen Rechtsgebieten jederzeit zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns einfach per E-Mail oder Telefon. Ihr persönlicher Ansprechpartner erörtert mit Ihnen gemeinsam die Sachlage und beantwortet Ihre Fragen. Die Rechtsanwaltskanzlei Bartholl in Münster freut sich, Sie kennenzulernen.


linegrey

symarch

   

Dieser Artikel als pdf-Datei: Kontrollmöglichkeiten der Ausgaben gemeinnütziger [...] pdf

Abgelegt unter: Spenden, Hilfsorganisationen, Vertragsrecht, Forderungen, Kündigung, Tipps

Markiert als Artikel über Kontrollmöglichkeiten der Ausgaben gemeinnütziger Hilfsorganisationen von Rechtsanwalt Jan Bartholl in Münster. Der Artikel beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der Kontrolle, anvertraute Spendengelder tatsächlich gezielt und zweckmäßig einzusetzen . Zu diesem Thema finden Sie weitere Informationen unter Spenden, Hilfsorganisationen, Verbraucherrecht, Vertragsrecht und Forderungen.

Links: Kontrollmöglichkeiten der Ausgaben gemeinnütziger Hilfsorganisationen

Verwandte Informationen: Im Rausch der Adventszeit - Geld gezielt und bewusst spenden

Pressemitteilung Kontrollmöglichkeiten gemeinnütziger Hilfsorganisationen

Spendensiegel für Hilfsorganisationen

Statt vieler Weihnachtskarten eine Spende

10 Tipps für die sichere und bedachte Spende

Spenden von den Steuern absetzen

 

linegrey

 

Lesezeichen für diesen Artikel einfügen unter ...     google delicious mister-wong yahoo yigg blinklist wikio webnews oneview folked linkarena digg facebook



linegrey


 

Rechtsanwaltskanzlei Bartholl
E-Mail: info (at) ra-janbartholl.de
go back zurück